Nun hat es doch etwas länger gedauert. Ende September ist das Manuskript des ersten Agentur Valeska mit dem Arbeitstitel “Modelmord” fertig geworden. Ich habe die Geschichte letztendlich noch einmal völlig auf den Kopf gestellt. Dafür bin ich eigentlich ganz zufrieden mit dem Ergebnis.
Also habe ich das Manuskript kurzentschlossen an ein paar Verlage geschickt. Mit Rückmeldungen rechne ich frühestens im Dezember, eher aber Anfang nächsten Jahres. Mit einer Veröffentlichung in 2009 wird es also nichts mehr.
Damit geht auch dieses Blog endgültig in die Warteschleife. Zeit für eine kurze Bilanz.

Seit Mitte 2008 schreibe ich nun Krimis, und ich konnte in dieser Zeit pro Quartal ein Manuskript fertigstellen:

III/2008: Caro & Nessie: Blut ist dicker als Wein
IV/2008: Caro & Nessie: Familie und andere Verbrechen
I/2009: Fahrendes Volk
II/2009: Caro & Nessie: Sonne, Sand und Mord
III/2009: Agentur Valeska: Modelmord

für das vierte Quartal 2009 nehme ich nun den vierten Caro & Nessie in Angriff, damit ich die Pentalogie endlich abschließen kann.

Für 2010 stehen dann der fünfte und letzte Teil der Caro & Nessie Pentalogie, der zweite Agentur-Valeska-Roman sowie der erste Teil einer neuen Reihe – ausnahmsweise mal mit einem männlichen Protagonisten – auf dem Programm.

Dieses Blog wird dann vielleicht auch wieder zum Leben erweckt. Bis dahin wünsche ich allen Lesern eine schöne Zeit.


Der dritte Caro & Nessie Krimi ist seit heute draußen und wird in wenigen Tagen bei Amazon und anderen Online-Buchhändlern sowie auch im örtlichen Buchhandel erhältlich sein.

Ulli Eike - Sonne, Sand und Mord


Nachdem es in den letzten Wochen etwas langweilig zuging, soll nun wieder alles anders werden.
Heute ist der dritte Caro & Nessie Krimi in Druck gegangen und wird mit etwas Glück noch im August erscheinen.
Außerdem geht es nun mit Hochdruck an “Agentur Valeska” weiter. Das Manuskript soll bis Ende August fertig werden, als Erscheinungstermin hab ich mal Oktober angepeilt.


Der Backenzahn

Es war einmal ein Backenzahn,
fing mittendrin zu faulen an.
Nach Bohren, Plomben, Reparieren
begann ich ihn erneut zu spüren,
betäubte ihn mit Ach und Krach.
Der Zahn, er schwieg, bis er dann brach.

Ein Blick auf seine Reste zeigte,
dass wenig nur zum Bleiben neigte.
Frau Doktor sprach, oh Schreck, oh Graus.
das Ding ist Müll, der Zahn muss raus.
Das Loch bis durch die Wurzel reichte,
am Grund, der Knochen schon erbleichte.

Doch ich, das feige Hasenherz,
bekämpfte medikamentös den Schmerz,
und fand, weil ich mich lange wand,
den Arzt, der meine Furcht verstand,
der dieses Loch, so tief, so groß
mit einem Provisorium verschloß.

Nun ja, nach drei geschenkten Jahren
begann ein Schmerz zu offenbaren:
Ein Aufschub nur, war dieser Schritt
Auch heut’, so teilte er mir mit,
ist jener Zahn, und was darunter
im Fleische sitzt, noch immer munter.

Während ich betroffen spürte,
dass provisorisch reparierte
Klein-Körperteile noch aktiv
begann ein Pochen, subversiv,
den Plastikpfropf zu unterwandern,
und so, final, kam eins zum andern.

Ich saß, des nächtens am PC.
Mir tat der ganze Kiefer weh.
Aspirin und roter Wein
linderten die böse Pein
Schon immer waren diese beiden
Begleiter mir in Leid und Freuden.

Jedoch zum Schluß, das war gewiss
würde auch dieser Selbstbeschiss
mich nicht vor dem Ergebnis schützen.
Es würde alles nichts mehr nützen.
Mir wurde jetzt schon Angst und Bange.
Frau Doktor putzte ihre Zange,

Am Ende saß ich in der Falle
zurückgelehnt, die Nerven alle
bis zum Zerreißen angespannt
Die Schwester hielt fest meine Hand
Halt! Kurz bevor die Zange fasste
und ich die letzte Chance verpasste

verließ der Schmerz mich unerklärlich.
Das Ziehen schien mir nun entbehrlich
“Moment”, stoppte ich die Behandlung
erstaunt ob der spontanen Wandlung.
Ich schwang mich aus dem Zahnarztsitz
Frau Doktor kommentierte spitz:

“Ich glaube nicht, dass das von Dauer”
Sie war, so schien es, etwas sauer.
Doch ich, mit neuem Mut versehen,
beschloss, ein weit’res Mal zu gehen.
Wobei ich leider übersah,
dass dies wohl gar nicht “wirklich” war.

Noch immer saß ich vorm PC
Noch immer tat der Zahn mir weh,
Und falls nicht noch ein Wunder dräute,
würde ich morgen – nein, schon heute
mit Zahn samt Loch und Rotweinwehen
den Gang nach Cabanossi gehen.


Die Frage, ob E-Books ein sinnvoller Weg zur Publikation eigener Werke sind, ist ungefähr so schwer zu beantworten, wie die Frage, ob Downloads eine geeignete Vertriebsform für Musik sind.

Der E-Book-Reader wird sich mittelfristig genauso als Zusatzgerät durchsetzen, wie der MP3-Player. Spätestens, wenn die Preise unter 100 Euro sinken, hat jeder einen.

Was mich ein bisschen wundert ist, wie viele sich der Vorstellung hingeben, man können mit dem Verkauf seiner Bücher nennenswert Geld verdienen.

Selbstverständlich gibt es erfolgreiche Autoren, aber die kann man zählen. Verkaufte Auflagen von 5000 Stück gelten schon als Erfolg und wie viel Honorar da bei einem VK von 7,90 und einer Marge von 5% übrigbleibt, kann jeder selbst nachrechnen.
Für unbekannte Autoren sind afaik Startauflagen von 1000 normal.

Unbekannte Autoren haben vor allem eine Chance:
Gelesen werden. Bekannt werden. Beliebt werden.
Nicht verkaufen, sondern verschenken wird die Strategie sein. Und wenn die ersten zwei Romane ihr Publikum gefunden haben, dann darf man beim dritten auch mal daran denken, Geld zu verlangen.

Genauso wie Künstler anderer Sparten sich auf Youtube, Mypixel und ähnlichen Plattformen präsentieren, werden immer mehr Autoren die bereits existierenden kostenlose Publikationsplattformen wie http://www.scribd.com nutzen, sobald E-Book-Reader den Markt durchdrungen haben.

Schon heute gibt es gute Autoren, die ihre Bücher kostenlos oder geringes Entgelt ins Netz stellen, genauso wie es Bands gibt, die einzelne Songs oder ganze Alben kostenlos zum Download anbieten.

Wohlgemerkt, ich sage auch gebundenen Büchern noch ein langes Leben voraus, aber die Verlage werden sich umstellen müssen, so wie es die Plattenlabels mussten. Und auch ein paar Autoren werden zukünftig ihre Denkmuster überprüfen müssen.


Das erste Mal

25Jun09

Nun ist es also soweit. Plötzlich ist er da, schneit aus heiterem Himmel abends bei Sascha rein. Sie haben vor ein paar Monaten schon einmal miteinander geschlafen, aber das zwischen ihnen, das ist eigentlich vorbei. Die Dramaturgie jedoch verlangt, dass sie es heute wieder tun…

Und ich, ich bin Zeuge. Nein, schlimmer. Ich stecke in Saschas Haut und werde mir das erste Mal im Leben vorstellen, Sex mit einem Mann zu haben.

Spannend. Beängstigend. Verunsichernd.

Grenzen sind dazu da, überschritten zu werden …


Nicht an mir selbst, obwohl es Grund genug gäbe. Heute zweifle ich mal an der Erzählperspektive.
Gründe dafür gibt es zwei. Zum einen habe ich mich durch eine Antwort auf ein Forumsposting damit auseinandersetzen müssen, warum ich den Agentur-Valeska-Thriller in der Ich-Perspektive schreibe. Zum anderen habe ich mich beim Lesen der ersten achtzig Seiten stellenweise darüber geärgert, wie ungelenk manche einfache Situation wirkt, die aus der dritten Person leicht zu beschreiben gewesen wäre.
Dennoch werde ich sicher nicht umkippen. Dafür habe ich mich in mein Pseudonym bereits zu sehr verliebt.


Ich wundere mich hin und wieder, was in den hinteren Winkeln meines Gehirns, da wo nur selten geputzt wird, noch so alles zu finden ist.
Meist kommt der Unrat zum Vorschein, wenn ich irgendwo rumposte. Dann drängeln sich plötzlich wie aus heiterem Himmel Harpyien und Sirenen auf meiner Zunge, was mich dann – soweit der positive Nebeneffekt – dazu bringt, mit Hilfe von Google und Wikipedia meine Bildung auf den fachlich notwendigen Stand zu bringen. Später erscheinen dann auch noch Prometheus und sein Adler (Ethon, wie ich inzwischen weiß) aus dem Nichts, um mir zu helfen, den aktuellen Zustand meiner Leber zu beschreiben.
Irgendwann in früher Kindheit habe ich aus Versehen wohl ein paar Bände antiker Götter- und Heldensagen verschlungen, die nun absatzweise wieder ausgewürgt werden. Na Mahlzeit!


Du willst schreiben, also hast du Ideen, die rauswollen.

Was für Ideen sind das? Wo und wie entstehen deine Geschichten?
Finde heraus, wo der Ausgangspunkt ist, und arbeite zunächst daran.

Du hast die Idee zu einer Figur?
Dann schreib eine Szene um diese Figur. Lass sie etwas Cooles tun, was dir Spaß machen würde. Beschreibe die Handlung, nicht die Details.

Du hast die Idee zu einem witzigen oder originellen Dialog? Dann schreib erst einmal den Dialog. Dann schreib eine Szene, in der dieser Dialog vorkommt. Lass um den Dialog die Personen entstehen, die anwesend sind. Durch Handlung und Rede, nicht durch Beschreibung.

Du hast die Idee zu einem interessanten Ort? Das ist schwierig. Orte sind gewöhnlich eher unspannend. Überlege, was dort geschehen könnte, lass es geschehen und versuche, Details des Ortes in die Geschehnisse einzubinden.

Du hast gleich am Anfang die Idee zu einer ganzen Geschichte?
Dann schreib erst mal ein Exposee. Danach suchst du dir den interessantesten Abschnitt, gehst näher ran, bis du eine einzelne Szene sehen kannst und schreibst die. Auch hier schreibe zunächst die Handlung.

Dann zeigst du das ein paar Leuten und irgendwer wird dir dann sagen, welche Details noch fehlen. So würde ich es machen.


Selbstzweifel

19Jun09

Es gibt schon verdammt viele, die gut schreiben (können).
Und es gibt vermutlich noch mehr, die nicht so gut schreiben können, aber viel interessantere Geschichten zu erzählen haben.
Es gibt Tage, da empfinde ich es als geradezu dreist, andere mit meinem Geschreibsel zu behelligen.
Das passiert gewöhnlich, wenn ich den Kopf aus dem Erdloch stecke, und mich ein wenig in der Welt umschaue. Würde ich auf Dauer in dieser Welt leben müssen, könnte ich wohl kaum ein Wort zu Papier bringen.
Gut, dass ich bald wieder zurück in meine Höhle darf …




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